Les textes d’autrefois, l’édition d’aujourd’hui.

Lebenserinnerungen

Leopold Schroeder

Gegen Ende seines Lebens verfaßte der Autor mit seinen Lebenserinnerungen eine gefühlvolle Schilderung seines außergewöhnlich reichen Lebens. In der geschützten Welt der Baltendeutschen geboren, einem aristokratischen Milieu antiker Herkunft, äußerst kultiviert und eng mit der fernen deutschen Heimat verbunden, konnte er eine solide akademische Karriere aufbauen. Mit seinen beiden Leidenschaften, der vedischen Kultur und der Welt der Mythen und Legenden, markierte er diese beiden Studienbereiche mit zwei Werken, die bis heute zu den Standardwerken gehören: der Übersetzung der Baghavadgita und dem Studium der Legende des Heiligen Grals. Talentierter Dichter, ein Freund der größten Schriftsteller und Wissenschaftler seiner Zeit, mit Richard Wagner und seinem Umkreis eng vertraut, öffnet er uns die Tore einer faszinierende Welt.
(Kommentierte Ausgabe)

Au soir de sa vie, c’est avec émotion que l’auteur déroule le panorama d’une vie d’une exceptionnelle richesse. Né dans le monde protégé des Allemands de la Baltique, un milieu aristocratique d’ancienne origine, extrêmement cultivé et profondément attaché à la lointaine patrie allemande, il put construire une solide carrière universitaire. En suivant ses deux passions, la culture védique et l’étude des mythes et légendes, il marqua ces deux champs d’étude de deux œuvres qui font encore aujourd’hui référence : la traduction de la Baghavadgita et l’étude de la légende du Graal. Poète talentueux, ami des plus grands écrivains et scientifiques de son temps, familier de Richard Wagner, il nous ouvre les portes d’un monde fascinant.
(Édition annotée)
***
ISBN livre : 978-2-491445-00-3
ISBN Ebook : 978-2-491445-01-0

   

Die Frauen verraten keinerlei Leidenschaft und ihr Tanz bleibt bis zum Ende was er schon zu Anfang war: ein durchaus bescheidenes, züchtiges, ja hochdezentes, dabei entschieden graziöses Trippeln, Schweben und Gleiten, vorwärts und rückwärts, in kleinem Kreise, mit einzelnen Drehungen. Dabei ist der Kopf etwas gesenkt, der Blick durchweg abwärts, zur Erde gerichtet. Sie sehen niemand beim Tanzen an, suchen nie mit ihren Blicken den Beifall der Zuschauer, scheinen sich vielmehr ganz nur ihrer künstlerischen Aufgabe zu widmen, erfüllt von deren Bedeutung und Wichtigkeit. Die reizenden, bunt zusammengesetzten, malerischen Kostüme, der reiche Schmuck auf dem Kopf, an den Armen, auf der Brust, kommen dabei zu schönster Geltung.

Diese Frauen und Mädchen sind fast durchweg schlank und schön gewachsen. Nur bei wenigen, etwas älteren zeigt sich einige Neigung zur Beleibtheit. Es sind edle Gestalten und vorwiegend hübsche Gesichter.

Die Umstehenden schlagen beim Tanze vielfach den Takt durch Zusammenklatschen der Hände. Ist ein Tanz zu Ende, so bedeutet das Fortfahren in diesem Klatschen, daß man von der Leistung befriedigt ist und eine Fortsetzung des Tanzes wünscht. Bald erheben sich denn auch neue Tänzer und Tänzerinnen, die diesem ermunternden Klatschen Folge leisten. Je lebhafter, kräftiger und allgemeiner die Zuschauer den Takt der Tanzmusik mit ihrem Klatschen markieren, um so gehobener fühlen sich augenscheinlich die Tanzenden.

Und mir steigt ein Gedanke auf: hier ist vielleicht der Embryo des vielbesprochenen Beifallklatschens in Theater, Oper und Konzerten zu suchen, hier wäre die seltsame Sitte in ihrer Entstehung zu begreifen. Ich weiß nicht, ob es schon eine Theorie darüber gibt, wie unser oft schon angefochtenes, scheinbar unsinniges Beifallklatschen entstanden, hier aber, im Angesichte der tanzenden Lesghinen und ihrer Umgebung, scheint sie mir fast mit Händen zu greifen. Und dies um so mehr, wenn man bedenkt, daß alles Schauspiel zuletzt auf rituelle religiöse Tanzfeste primitiver Völker zurückgeht.

Leopold von Schroeder

24. Dezember 1851, Tartu, Estland
† 8. Februar 1920, Wien, Österreich

Nach dem Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft spezialisierte er sich auf vedische Kultur und wurde zu einem bedeutenden Indologen. Ab 1899 arbeitete er als Professor in Wien. Seine Übersetzung der Baghavadgita gilt heute noch als grundlegendes Werk. Als Volkskundler erforschte er auch die Mythenwelt Zentralasiens, sowie die Wurzeln der Gralssage.

Après des études de littérature comparée, il se spécialise dans la culture védique et devient un grand indologue. À partir de 1899, il travailla comme professeur à Vienne. Sa traduction de la Baghavadgita est toujours considérée comme un travail fondamental. En tant que folkloriste, il a également exploré le monde mythique de l’Asie centrale, ainsi que les racines de la légende du Graal.

Vorwort
Einleitung
1. – Jugendzeiten.
Dorpat. – Die Vorfahren. – Die Eltern. – Die Geschwister. – Das Vaterhaus. – Familienleben. – Schiller. – Die Brüder Julius, Woldi und Fredi. – Das Sommerhaus. – Ein Kindergebet. – Gartenfreuden. – Alte Dienerinnen. – Großtante Münnich. – Graf Christoph Münnich. – Leopold v. Schrenck. – Andere Verwandte. – Alexander v. Schrenck. – Heiligensee. – Das neue Haus. – Walguta. – Großtante Cichorius. – Schloß Ringen. – Lieblingsdichter. – Onkel Ernst v. Sivers. – Das Leben in Walguta. Der Geburtstag des Onkels. – Estnische Sonnwendfeier.
II. – Die Schulzeit.
Die Blumbergsche Schule. – Die ersten Lehrer. – Schulkameraden. – Hausmusik. – Der Dorpater Orchesterverein. – Schwester Sophiens Tod. – Die elterliche Erziehungsweise. – Der Vater. – Geistige Anregungen. – Emil Anders. – K. E. v. Liphardt. – A. v. Middendorff. – Andere Freunde und Bekannte des Vaterhauses. – Erstes dichterisches Schaffen. – Das erste Trauerspiel. – Freud und Leid des Dichters. – Lust- und Trauerspiele. – Die Schulgedichte. – Fröhliche Zeiten in Livland. – Neue Dramen. – Zwei Familienfeste. – Seebad in Orro. – Großes Trauerspiel. – Freund Ernst Müller. – Wandern und Turnen. – Der alte Hain bei Walguta. – Neues dichterisches Schaffen. – Erste Liebe. – Neue Freunde. – Dichtungen. – Schlegels Geschichte der alten und neuen Literatur.
III. – Von der Schule zur Universität.
Die Konfirmation. – Erste Reise nach Deutschland. – Berlin. – Dresden. – Ausflug in die Sächsische Schweiz. – Der Harz und Thüringen. – Begegnung mit Fritz Reuter. – Vorbereitung für das Abiturientenexamen. – Gedanken über die Berufswahl. – Reise nach Reval und St. Petersburg. – Die 550 jährige Jubelfeier der Domschule in Reval. – St. Petersburg. – Bei Onkel Leopold v. Schrenck. – Beginn der Russifikation. – Dr. Rutkowsky. – Die Reifeprüfung.
IV. – Student in Dorpat.
Die erste Studienzeit. – Die Dorpater Korporationen. – Eintritt in die Livonia. – Kameraden und Freunde. – Die Harnacksche Partei. – Die Duellfrage. – Geistiges Leben in der Korporation. – Der Krieg 1870/1871. – Preisarbeit. – Häusliche Verhältnisse. – Das fünfzigjährige Jubiläum der Livonia. – Krankheit. – Die Mutter. – Neues Dichten. – Innere Widersprüche. – Kur in Karlsbad. – Heimkehr.
V. – Studien in Deutschland.
Die Reise. – Leipzig. – Entscheidung für das Sanskritstudium. – Ernst Kuhn. – Dichtungen. – Eine abfällige Kritik. – Jena. – Böhtlingk. – Berthold Delbrück. – Übersiedlung nach Jena. – Studien bei Delbrück. – Eduard Sievers. – Freunde. – Wissenschaftliche Arbeit. – Übersiedlung nach Tübingen. – Rudolf Roth. – Livländische Bekannte. – Arbeit und Freunde. – Das Vietinghoffsche Haus. – Neues Dichten. – Drama König Sundara. – Heimkehr.
VI. – Privatdozent.
Magisterexamen. – Habilitation als Privatdozent für Indologie. – Raimund v. Zur Mühlen. – Das Mühlensche Haus. – Verlobung. – Zweite Studienreise nach Deutschland. – Albrecht Weber, Viktor Hehn. – Studien in Jena. – Der Vedatext. – Wissenschaftlicher Erfolg. – Besuche in Weimar. – Der Tannhäuser. – Begegnung mit Richard Wagner. – Liszt. – Die Petersburger Akademie. – Heimkehr nach Dorpat. – Doktorpromotion. – Der Vater. – Die Volcksche Schule. – Dritte Studienreise nach Deutschland. – Wissenschaftliche Arbeiten in Jena. – Freundeskreis. – Schmerzliche Nachrichten aus der Heimat. – Vereidigung auf den neuen Zaren. – Bruder Theodor. – Rückkehr nach Dorpat. – Hauslehrer im Vietinghoffschen Hause. – Wissenschaftliche Arbeiten. – Das Vietinghoffsche Haus.
VII. – Dozent an der Universität Dorpat.
Anstellung als Dozent. – Rückkehr ins Elternhaus. – Dichterisches Schaffen. – Forschungen über Pythagoras. – Vierte Studienreise nach Deutschland. – Ernst v. Bergmann. – Georg Friedländer. – Julius Eckardt. – Bruder Woldemar. – Heimkehr. – Dorpater Freunde. – Fedi Ditmar. – Dunkle Zeiten im Elternhause. – Abschluß der Ausgabe der Mâitrâyani Samhítâ. – Indische Literaturgeschichte. – Arbeiten über mythologische Fragen. – Georg Loeschcke. – Die Gelehrte Estnische Gesellschaft. – Archäologische Studien. – Die Hochzeitsbräuche der Esten. – Tod des Vaters. – Fünfte Studienreise nach Deutschland. – Berlin, Halle, Bayreuth. – Am Bodensee. – München.
VIII. – Reise nach Schweden.
Delegierter zum Internationalen Orientalisten-Kongreß in Stockholm. – Fahrt nach Riga. – Verlust des Koffers. – Die Polizei. – Neues Mißgeschick. – Ohne Paß über die Grenze. – Die Schiffsreise. – Als Schiffbrüchiger. – Stockholm. – Der Kongreß. – Der russische Generalkonsul. – Heimkehr.
IX. – Höhepunkte.
Dorpater Freunde. – Edmund Russow. – König Sundara. – Vorlesung des Dramas in Dorpat. – Annahme beim Rigaschen Stadttheater. – Die Aufführung. – Das nuee Drama Dara. – Verlobung mit Lilly v. Vietinghoff. – Sechste Studienreise nach Deutschland. – Berlin. – Adolf Wagner. – Wien. – Georg Bühler. – Erste Bekanntschaft mit Baron v. Andrian. – Anton Bruckner. – Trauung.
X. – Lilly v. Vietinghoff.
Erinnerungen. – Bedenken. – Lillys Jugend. – Eltern und Geschwister. – Erste Ehe. – Tübingen. – Lillys Dichtungen. – Lillys Wesen.
XI. – Die ersten Ehejahre.
Die Wohnung. – Mangoblüten. – Schriftstellerische Tätigkeit. – Woldemar v. Ditmar. – Karl Masing. – Neu-Sackenhof. – Das Lied von Livland.
XII. – Die Russifizierung der Universität Dorpat.
Ruf nach Chicago. – Ditmars Prophezeiung. – Ultimatum des Rektors Budilowitsch. – Die theologische Fakultät. – Der Entschluß der Ablehnung. – Andre Meinungen. – Antwortschreiben an den Rektor. – Letzter Versuch des Rektors. – Anknüpfung mit Marburg. – Der Ruf nach Innsbruck.
XIII. – Innsbruck.
Antrittsvorlesung. – Vorstellung in Wien. – Tod der Mutter und des Bruders Julius. – Neue Wohnung. – Gäste. – Stille Arbeit. – Reise nach Italien. – Archäologischer Kongreß in Riga. – Am estländischen Strande. – Bruder Woldemars Hochzeit. – Das fünfundsiebzigjährige Jubiläum der Livonia. – Das Festspiel „Unsre Hoffnung“. – Die Feier in Dorpat. – Tod Bruder Woldemars. – Bühlers Tod.
XIV. – Wien.
Bühlers Lehrstuhl. – Der Ruf nach Wien. – Die neue Wohnung. – Abschied von Tirol. – Antrittsvorlesung. – Die Übersiedlung. – Freunde aus der Heimat. – Orientalistenkongreß in Rom. – Bekanntschaft mit Houston Stewart Chamberlain. – Anknüpfung mit dem Theater. – Ausgabe des Kâthakam. – Sakuntala und Prinzessin Zofe. – Lillys Krankheit und Tod. – Graf Hermann Keyserling. – Aufenthalt in Tharandt. – Arische Religion. – Wesen und Ursprung der Religion. – Ligho. – Neue Anknüpfung mit dem Theater. – Erinnerungen an Lilly. – Besuch in Gainowka. – In der Sächsischen Schweiz. – Tod des Bruders Fedi. – Die Unruhen in der Baltischen Heimat. – Kongreß der Akademien in London. – Kongreß für vergleichende Religionswissenschaft in Basel. – In Alt-Aussee bei Baron v. Andrian.
XV. – Die Reise in den Kaukasus.
Vorbemerkungen. – Die Reise bis Baku. – Baku. – Tiflis. – Von Tiflis nach Lagodechi. – Lagodechi. – Die Jagd in Lagodechi. – Die Fahrt nach Kabachtschol. – Der Räuber Schaban. – Ein Tanzfest bei den Lesghinen in Bjelokany. – Herr Mlokosiewicz. – Die Rückfahrt.
XVI. – 1906-1912.
Baltische Heimat-, Trutz- und Trostlieder. – Germanische Elben- und Götter im Estenvolke. – Beziehungen zur Presse. – Der Wiener Evangelische Schulverein. – Presbyter der Evangelischen Gemeinde A. B. – Mysterium und Mimus im Rigveda. – Orientalistenkongreß in Kopenhagen. – Josef Strzygowski. Besuch in Bayreuth. – Vetter Erich v. Schrenck. – Besuch Adolf Harnacks. – Kongreß der Akademien in Rom. – Die Dichterin Helene v. Engelhardt. – Die Wurzeln der Sage vom Heiligen Gral. – Die Vollendung des arischen Mysteriums in Bayreuth. – Jubelfeier des österreichischen Protestantenpatentes. – Besuch in Bayreuth. – Baron v. Heyking. – Paul Shukowsky. – Burg Persen. – Die Familie Unterberger. – Der 60. Geburtstag. – Bhagavadgîtâ. – Besuch in Bayreuth. – Bei Cosima Wagner.
XVII. – Vom Rufen Gottes.
Vom Rufen Gottes.
XVIII. – 1913-1914.
Dekan der philosophischen Fakultät. – Krankheit. – Kongreß der Akademien in St. Petersburg. – Beim Zaren. – Studentenunruhen in Wien. – Die Wagnerfeier. – Ovation der Studentenschaft. – Aufenthalt am rigischen Strande. – Bei Nicolai v. Klot. – Aufenthalt in Friedrichstadt.
XIX. – Das Mädchen vom Schwartzthal.
XX. – Die letzten Lebensjahre.
Baron Andrians Tod. – Der Weltkrieg. – Kriegsdichtungen. – Die Wiener Evangelische Stadtmission. – Der Dichter v. Stern. – Arische Religion. – Lebensbaum und Lebenstraum. – Ernste Reden in ernster Zeit. – Gotteserkenntnis der Upanishaden und der Bibel. – Die Weltesche. – Chamberlain. – Franz Himmelbauer. – Der reine Tor in Indien. – Reformationsgedächtnisfeier. – Letzte Berührung mit dem Theater. – Bruder Christoph. – Chamberlain-Biographie. – Dr. theol. h. c. – Die Befreiung der Baltenlande. – Baltisches Dankgebet.
Nachwort des Herausgebers
Anhang I – Gedichte
Anhang II – Die Schriften Leopold v. Schroeders

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